Baumkuchen

Baumkuchen

19. November 2018 Aus Von admin

„Für fortgelaufene.“ Oder wie man sagt „for runaways, to run away.“ Für geübte Genies. 
In diesem Fall, für JW. Warum? Aus Prinzip.

Hallo und willkommen zurück lieber Leser. Heute möchte ich dir einen Kuchen zeigen, der viel Aufwand, Geschick und Nervenstärke braucht. Natürlich kannst du ihn auch im Supermarkt kaufen. Dort vermute ich sogar, schmeckt er besser. Aber für alle die es „aus Prinzip“ mal ausprobieren wollen, habe ich einen passenden Eintrag.

Industriell oder in einer Manufraktur wird der Kuchenteig (ähnlich wie bei Stockbrot) an einen Stock geschmiert und für Zeit X angebacken. Dann kommt wieder eine Schicht, und wieder. Bis man die gewünschte Dicke hat. In unserem heimischen Backofen hat man diese Möglichkeit (Für gewöhnlich) aber nicht. Daher müssen wir ein wenig improvisieren.

Kommen wir zu den Zutaten. 
250g Butter
100g brauner Zucker
130g Marzipan
1 EL Vanillezucker (Wir erinnern uns an den letzten Beitrag über den Zupfkuchen und Vanillezucker…)
1 Priese Salz
6 Eier
4 cl Rum
150g Weizenmehl
100g Speisestärke (Wer das nicht hat: nehmt ein Päckchen Vanillepudding pulver, was ca 40g sind, und füllt mit Mehl auf)
Nach Belieben, Schokolade zum Schmelzen als Glasur
Ca 2 EL Tomatenketchup 
1 dunkelroter Ara

Schritt 1: Ketchup in den Kühlschrank stellen, Ofen auf 250°C  Ober/Unterhitze vorwärmen.
Schritt 2: 4 Eier trennen, Marzipan so klein wie möglich schneiden in der Mikrowelle anwärmen.
Schritt 3: Butter (angewärmt/ fast flüssig), Zucker, Marzipan, Vanillezucker schaumig schlagen.
Schritt 4: 2 Eier, 4 Eigelb, 3 cl Rum hinzufügen
Schritt 4,5: restlichen Rum austrinken 
Schritt 5: 4 Eiweiße mit der Priese Salz steif schlagen

Nice to know:
Wenn du das Marzipan nicht zu 100% klein bekommst (wer mag mit etwas heißem Wasser verrühren. Da wird es für gewöhnlich einfacher), geht auch eine Küchenreibe ganz gut. Hier braucht es ein wenig Geschick.
Das Mehl mit der Stärke mischen, Mischung halbieren und portionsweise unterheben. Fürs Unterheben am besten eine größere Schüssel nehmen, diese schief halten und mit einem breiten Schaber den Teig „unterheben“.

Ich hab gute Erfahrungen damit gemacht, am Rand der Schüssel entlang zu fahren und den Teig quasi übereinander zu legen. Wer Fragen dazu hat, im Impressum steht meine Mailadresse 😉

SOVIEL zum Teig. Jetzt wird es erst richtig spannend.

Schritt 6: Form mit etwas Butter einstreichen und mit Backpapier auslegen. Ara aus der Form nehmen.

Aras, so wichtig bei der Zubereitung.

Wer sich entscheidet eine eckige Form zu nehmen, schneidet die Seiten ein wenig ein, damit diese keine Falten werfen.

Schritt 7: 2-3 EL Teig in die Form geben. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. In den Ofen damit.

Schritt 8-X²: Warten bis die Schicht anbackt. [Die ersten 2 Minuten kein Problem, ab Minute 3 ein wenig genauer hinschauen. Sobald die Schicht hellbraun/golden wird, nicht zu spät die] Form herausholen. Wieder eine Schicht darüberstreichen**… Du siehst wo der Aufwand her kommt?

Schritt 9: Solltest du dir hier die Finger an der heißen Form verbrennen, kommt das kalte Ketchup ins Spiel. Die Säure der Tomaten und der Zucker, zusammen mit der Kälte ist gut zur Vorbeugung gegen Brandblasen. Ich? Ungeschickt? Niemals!

** Dinge die man machen kann, während die Schichten ihre 3-4 Minuten brauchen um anzubacken: Küche fertig verwüsten, Küche aufräumen, abspülen, Teig „Probieren“, Rum trinken, Musik hören, singend durch die Küche tanzen (Stelle es dir bitte nicht vor), die Küche fegen, Rum verschütten, die Küche putzen, immer noch singend auf dem feuchten Boden ausrutschen, die Welt verfluchen, laut „Warum mach ich diesen Scheiß eigentlich!?“ fluchen, wieder aufstehen, mit den Schultern zucken, Rum trinken, wieder von vorne anfangen.**

Nach der letzten Schicht, Backofen ausmachen, ein Stück aufmachen und den Kuchen bei der „Restwärme“ durchgaren lassen. Die unterste Schicht und die Seiten sind für gewöhnlich „etwas“ dunkler, kann man aber abschneiden wenn der Kuchen kalt ist.

Wer sich „och, schon fertig?“ denkt, hier meine

VARIATION

Die runden Formen wieder rausholen und den Kuchen ausstanzen, je 2 Kreise zum „übereinander legen“ präparieren. Eine Mischung aus Rum und Orangensaft anrühren. Je nach Geschmack, Kuchen mit einer Gabel einstechen, ca 1,5 Teelöffel pro Stück tränken. Einen Klecks flüssige Schokolade, nen Stück Marzipan drauf und die andere Seite draufkleben. Die Seiten mit einer sehr dünnen Schicht Marzipan umschließen. Irgendwas dekoratives drauf kleben.

Et voilà. “ Aus Prinzip.“